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Wir trauern um den langjährigen Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Brüssel, Werner Wobbe. Er wurde am 18. Februar 2016 im Alter von 67 Jahren jäh aus dem Leben gerissen.

Unsere tiefe Anteilnahme gilt seiner Frau Ingrid und seiner Familie.

Werner war 38 Jahre Beamter der europäischen Kommission, u.a. in den Bereichen Forschung und Wissenschaft.

Er war stolz darauf, mit Unterstützung der Hans-Böckler-Stiftung im Zweiten Bildungsweg ein Soziologiestudium absolviert zu haben. Er betrachtete diese Öffnung der universitären Ausbildung als besondere sozialdemokratische Errungenschaft.

Werner war überzeugter Europäer und dies nicht nur aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit.

Von 1999 bis 2011 war Werner Wobbe Vorsitzender unseres Ortsvereins, der größten Auslandsorganisation der SPD. In seiner langen Amtszeit hat er einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung und Stabilisierung des Ortsvereins geleistet und eine ganze Epoche durch seinen Einsatz geprägt. Durch seine vielfältigen Kontakte hat er dazu beigetragen, dass deutsche Sozialdemokraten in Brüssel an Präsenz und Profil gewonnen haben. So hat es seine Bekanntschaft mit dem damaligen Bürgermeister von Brüssel, Freddy Thielemans, möglich gemacht, eine Gedenkplakette zur Erinnerung an das dreijährige Exil von Karl Marx in Brüssel zu stiften. Im Jahr 2006 wurde sie gegen anfängliche Widerstände an der Fassade des heutigen Maison du Cygne auf der Brüsseler Grand-Place angebracht.

Werner war ein überzeugter und engagierter Sozialdemokrat. Er war aktiv als langjähriger Delegierter zum Unterbezirksparteitag in Aachen und zum Landesparteitag Nordrhein-Westfalen. Es war ihm sehr daran gelegen, dass die europäische Politik in der Partei einen höheren Stellenwert erhält. Nach seiner Überzeugung sollte der im Ortsverein Brüssel konzentrierte Sachverstand in der SPD insgesamt besser genutzt werden. In diesem Sinne lässt sich auch seine Arbeit als Mitherausgeber des Buches ‚Eurobrüssel von innen‘ verstehen.

Als vielseitig interessierter Mensch engagierte sich Werner Wobbe in zahlreichen Projekten. Sein besonderes Interesse galt der Geschichte der Sozialdemokratie. Werner leitete zuletzt einen Arbeitskreis des Ortsvereins zur Geschichte des 1. Weltkrieges und organisierte in diesem Rahmen Ortsbesichtigungen und Veranstaltungen. Er war darüber hinaus in der europapolitischen Kommission beim SPD-Parteivorstand und im wissenschaftlichen Beirat der FEPS (Foundation for European Progressive Studies) tätig. Werner war ein leidenschaftlicher Liebhaber moderner Kunst und hat selbst Kunstobjekte geschaffen.

Wir werden Werner in guter Erinnerung behalten. Seine ökonomische und soziale Sachkunde, seine Freundlichkeit, seine Hilfsbereitschaft und Freundschaft werden uns fehlen.

Bis zum 14.3.2016 werden wir am Empfang des Nordic House, Rue du Luxembourg 3, 1000 Bruxelles, ein Kondolenzbuch auslegen, um Mitgliedern, Freunden und Wegbegleitern von Werner die Gelegenheit zu geben, seiner zu gedenken.